Designhunde Pomsky, Labradoodle VTM Nieuws

Designerdogs: bewusste Kreuzungen, um erbliche Probleme zu begrenzen. VTM brachte eine Reportage/ Lesen Sie hier die Antwort des Zรผchters.

Reaktion von Erik Verschueren (Woefkesranch)
auf die Nachrichtensendung von VTM am Donnerstag, den 12. und Freitag, den 13. Januar 2017

Zur Information: VTM kontaktierte uns mit der Information, dass immer mehr ‚bewusst gekreuzt‘ wird. Wir haben ihnen dabei geholfen, indem wir ein Interview gegeben haben. Wir haben sie nicht selbst kontaktiert. Der Grund fรผr dieses Interview war eine vorherige Nachricht, die darauf hinwies, dass es immer mehr erbliche Mรคngel bei Rassehunden gibt. Ich bin absolut nicht gegen die Zucht von Rassehunden, aber die Menschheit muss endlich ihren Verstand einsetzen. Ein Hund ist nicht immer perfekt von auรŸen, aber wohl von innen. Durch die Anpassung des ร„uรŸeren beeinflusst man auch das Innere! Inzucht sollte verboten werden und das Kreuzen von Rassehunden sollte nicht mehr als minderwertig angesehen werden!

Eine Inzucht wird durchgefรผhrt, um bestimmte Merkmale zu betonen, wie z.B. einen schwereren Kopf oder eine kรผrzere Schnauze oder ร„hnliches. An sich ist daran nichts auszusetzen, das Problem ist jedoch, dass auch bestimmte schlechte Merkmale durch diese Inzucht betont werden, mit allen negativen Folgen, die damit einhergehen. Das Gesetz und die Zuchtbuchvereine erlauben dies jedoch.

Das hat dazu gefรผhrt, dass es immer mehr Abweichungen bei Rassehunden gibt, und das nennt man รœberzรผchtung. Dieses Problem ist in den letzten Jahren sehr ernsthaft auรŸer Kontrolle geraten, wie man in der BBC-Reportage sehen konnte. Was wir tun, ist, zwei Rassen zu kreuzen, diese zwei Hunde haben garantiert unterschiedliche Gene, und so erhalten wir starke und vor allem sehr gesunde Hunde. Wir tun dies nur in der ersten Generation, denn wenn man noch einige Generationen weitergeht, hat man garantiert die gleichen Probleme wie mit den klassischen Hunden.

https://www.youtube.com/watch?v=-BYibU4MJRsu0026rel=0

Das Tierschutzgesetz verbietet in Belgien das Kreuzen von zwei Rassen fรผr professionelle Zรผchter. Private Zรผchter (lesen Sie Schwarz- und/oder illegale Zucht) dรผrfen das jedoch, und das ist genau das, was mich an der ganzen Sache so รคrgert. Man stellt mich als Scharlatan dar, der nur auf Geld und Sensation aus ist, nur weil das bei vielen wie warme Semmeln ankommt, ohne weiter darรผber nachzudenken, welche Absicht ich habe, solche Kreuzungen zu machen. Ich zรผchte seit fast 40 Jahren Hunde und sehe die Problematik Jahr fรผr Jahr steigen. Als einer der vielleicht รคltesten Berufszรผchter dieses Landes habe ich aufgrund meines Berufsstolzes erkannt, dass jemand Verantwortung รผbernehmen muss.

Ich habe Debatten besucht und Diskussionen mit sogenannten Spezialisten gefรผhrt, die immer nur schreien, aber wenn es darauf ankommt, haben sie (20 Sitzungen und 50.000 Euro spรคter) nichts erreicht und tun nichts anderes, als die anderen schlecht zu machen. Wenn sie dann nicht mehr weiterwissen und sich untereinander auch nicht mehr verstehen, enden die Debatten und die Schuld liegt wieder bei den groรŸen (lesen Sie kommerziellen) Zรผchtern. Vor 2 Jahren gab es ein solches Konsortium mit Tierรคrzten, Genetik-Spezialisten, dem Ministerium fรผr Tierschutz, Zuchtbuchvereinen, Tierrechtsorganisationen und mir als einzigem Dummkopf, um die professionellen Zรผchter zu vertreten.

Minister Peeters kam mit viel Tamtam, um 50.000 Euro zu รผberreichen, um genetische Tests und ร„hnliches durchfรผhren zu lassen. Nach ein paar Wochen war das Geld natรผrlich schon ausgegeben, und man suchte nach neuen Mitteln. Nirgendwo war Geld zu finden, auรŸer bei den professionellen Hundezรผchtern. Wir waren bereit, noch einmal 50.000 Euro zu geben, und wenn nรถtig, hรคtten wir noch einmal 50.000 Euro extra zusammengebracht.

Unser Geld war jedoch nicht gut genug, denn wenn positive Lรถsungen herauskommen wรผrden, dann wรคre das auch dank der kommerziellen Zรผchter, und das kann man in diesem korrupten Land nicht machen. Jeder behauptet, dass wir keine Ahnung haben und nur Hunde vermehren, und jeder schluckt das anscheinend problemlos. Ich werde nicht heuchlerisch sein und sagen, dass ich es nicht fรผr Geld mache (genauso wie jeder etwas fรผr sein Einkommen tut). ABER ich kann jedem versichern, dass ich aufgrund meines im Laufe der Jahre erworbenen Berufsstolzes selbst etwas gegen die ernste Problematik tun mรถchte, unter der bestimmte Rassehunde leiden.

Ich habe erkannt, dass, wenn etwas getan werden muss, ich es selbst tun muss und nicht warten sollte, bis die groรŸen Jungs sich ausgeruht haben. Dass das Ergebnis einer Kreuzung zwischen zwei Rassen auch noch schรถn ist, nehme ich natรผrlich gerne in Kauf, aber ich weiรŸ im Voraus schon ungefรคhr, was ich von dem Ergebnis erwarten kann, wenn ich zwei Rassen kreuze, d.h. es wird im Voraus schon darรผber nachgedacht, welches Fell, welchen Charakter, welche GrรถรŸe usw. meine Welpen haben werden. Inzwischen sind meine beiden Sรถhne zusammen mit meiner Frau im Geschรคft tรคtig, und wir haben die Absicht, noch viele Jahre auf eine seriรถse Weise weiterzumachen.

Hunde zรผchten bedeutet bei uns schon lange nicht mehr, zwei Hunde zusammenzubringen und Welpen zu verkaufen, Hunde zรผchten geschieht bei uns mit Sachverstand. Wir entwickeln uns auch immer mehr zu neuen Techniken (wie das Testen von Samenzellen, kรผnstliche Befruchtungen, Auswahl von Muttertieren, um Kaiserschnitte oder Geburtsprobleme zu vermeiden, …) UND ich bin รผberzeugt, dass die Hundezucht in einigen Jahren genauso viel Laborarbeit wie Feldarbeit sein wird.

Schade, dass die Regierung (ohne nachzudenken, aber unter dem Druck einer sehr groรŸen Gruppe von Aktivisten, die alles in einen Topf werfen, wie Import und Tiervernachlรคssigung usw.) das nicht erkennt. Seit langem weise ich auf dieses Problem hin, aber immer ohne Erfolg. Hoffentlich wird man jetzt endlich die Debatte auf eine ruhige Weise erรถffnen und es kommt zu einer Anpassung des Gesetzes, sodass Menschen mit Sachverstand und den richtigen Absichten vielleicht etwas Positives auf legale Weise gegen dieses Problem tun kรถnnen. Bedenken Sie jedoch, dass wir, bevor tatsรคchlich Ergebnisse im Feld zu sehen sein werden, einige Jahre รคlter sein werden. Ich bin mir sehr wohl bewusst, dass beim Lesen dieses Textes wieder eine Menge Kritik von Aktivisten auf mich zukommen wird, aber daran bin ich schon lange gewรถhnt.

In Belgien kann niemand den Mund aufmachen รผber einen Hund, ohne dass sofort scharf geschossen wird. Ich kann diesen Menschen bis zu einem gewissen Grad folgen, aber das grรถรŸte Problem heutzutage mit Tieren ist, dass die Liebe zu Tieren den Verstand der Person, die ein Tier besitzt, vรถllig รผberschattet. Das Tier wird so sehr geliebt und vermenschlicht, dass der gesunde Menschenverstand verloren geht und man manchmal (ohne es selbst noch zu bemerken) Tiere durch zu viel Liebe misshandelt. Davon gibt es genug Beispiele.

All dies gesagt, mรถchte ich mit diesem Schreiben meinen Wunsch ausdrรผcken, dass so schnell wie mรถglich etwas auf legale Weise und ohne Einmischung von Interessengruppen gegen die Problematik der Inzucht und der erblichen Abweichungen bei Hunden getan werden kann, und ich hoffe, dass wir gemeinsam an einer Welt arbeiten kรถnnen, in der die Hunde so gesund sind wie vor 30 Jahren.

Erik Verschueren
Hundezรผchter

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